Auswirkungen von Plastik auf die Umwelt

Plastik ist ein Werkstoff, der uns unser ganzes Leben in vielfältiger Form begleitet. Aber seine vordergründigen positiven Eigenschaften, wie beispielsweise freie Formbarkeit und extreme Robustheit werden im Rahmen des heute üblichen Umgangs mit diesem Stoff zum globalen Problem für Mensch und Umwelt. 

Die Wegwerfgesellschaft, die auf Einzelverpackungen setzt und die Bequemlichkeit der Konsumenten befördert, trägt zu einem wesentlichen Teil zur Entstehung von Plastikmüll bei. An der unangefochtenen Spitze der Plastikmüll-Quellen steht der Verpackungsmüll. Wer einen Spaziergang im Grünen macht, findet auch an abgelegeneren Stellen fast unweigerlich die weggeworfenen Plastiktüten und Plastikflaschen unachtsamer Mitmenschen. Aber auch der Boden der Einkaufsmeilen in der Stadt ist bedeckt von Plastikmüll, der als Einwegverpackung nur ein einziges Mal verwendet wurde. Auf Mehrwegverpackungen zu setzen ist ein Anfang, aber nicht die Lösung der Problematik. Denn auch Mehrwegverpackungen nutzen sich ab und werden früher oder später ebenfalls zu Plastikmüll, für den noch ein geeignetes Entsorgungskonzept existiert. Aber auch Kosmetika produzieren Plastikmüll. Sie werden nicht nur meistens in Plastikverpackungen abgefüllt, sondern enthalten auch sehr oft Plastik, dieses häufig in Form von Mikroplastik, z.B. als Peelingkörnchen.

Plastikmüll hat vielfältige, das gesamte Ökosystem umfassende Folgen. Für die Tiere werden Plastikteile zum Verhängnis, wenn sie diese fressen oder sich in Plastikmüll verheddern und qualvoll verenden. Plastik verrottet im Gegensatz zu anderen Materialien nicht, sondern wird durch Umwelteinflüsse und Erosion in immer kleinere Teilchen zerlegt. Größere Plastikmüllteile werden so mit der Zeit zu abertausenden Mikroplastikteilchen, die eine Größe von weniger als 5 Millimeter aufweisen. Solches Mikroplastik kann wiederum von beispielsweise Meerestieren gefressen werden und gelangt dadurch wieder auf den Teller des Menschen zurück. Aber auch im Wasser und in flüssigen Lebensmitteln, wie Milch, Honig und anderen kann heute schon Mikroplastik nachgewiesen werden. In vielen Kosmetika ist zusätzlich Mikroplastik als Bestandteil enthalten, beispielsweise in Zahnpasta, Peelings, Cremes und weiteren Produkten. So kommt der Mensch täglich mit dem Plastikmüll in Kontakt, der schon lange aus den Augen und aus dem Sinn ist - mit fatalen Auswirkungen: Das im Plastik enthaltene PVC, Weichmacher wie beispielsweise BPA und weitere schädliche Substanzen gelangen in die Nahrungskette, werden über Kosmetika aufgenommen und schädigen den Körper von innen. Allergien, Unfruchtbarkeit, Adipositas, Krebs und weitere schwere Erkrankungen sind auf solch Schadstoffe zurückführbar.

 

Reduziert die Menschheit ihren Plastikkonsum nicht drastisch und mit sofortiger Wirkung wird sich in naher Zukunft mehr Plastikmüll im Meer tummeln, als Fische. Schon heute existierende Müllberge und Plastikinseln im Meer mit einer Größe der mitteleuropäischen Landmasse verdeutlichen, vor welchem Problem wir stehen. Eine Verbrennung des Plastikmülls ist nicht möglich, ohne giftige Dämpfe freizusetzen, der sofortige Stopp von Plastikmüll ist daher alternativlos.