Strom aus nicht erneuerbaren Energieträgern

Viele Jahrzehnte lang bildeten die fossilen Energieträger das Rückgrat der Energieversorgung in Deutschland, erst in den 90er-Jahren verinnerlichten die Menschen die Idee der grünen Energieerzeugung. Das erste erneuerbare Energien-Gesetz erblickte unter einer schwarz-gelben Bundesregierung das Licht der Welt und änderte Schritt für Schritt die Art und Weise der Energieerzeugung und sorgte neben Ressourcenschonung auch für das Plus an Lebensqualität der Menschen

Die Umweltveränderung und -zerstörung lässt sich in Deutschland am besten anhand des Tagebergbaus Garzweiler darstellen. Hier wird die Kohle nicht in tiefen, beinahe unsichtbaren Bergwerken gefördert, sondern liegt fast schon direkt an der Oberfläche. Die Kohleflöze werden mit riesigen Baggern erst freigelegt und dann beginnt der Kohleabbau. Der Spiegel (http://www.spiegel.de/sptv/extra/a-118494.html) spricht in einem beeindruckenden Bericht über den Bagger 288, der 240.000 Tonnen Kohle an einem einzigen Tag fördern kann. Wenn Sie überschlgasmäßig von einer Nutzlast von 50 Tonnen pro Güterwaggon ausgehen, dann wären dies 4.800 Güterwaggons am Tag. Bei einem 24 Stunden-Betrieb würden also pro Stunde 200 Güterwaggons beladen werden können.

Wenn Sie sich die früheren Darstellungen der Wirtschaftskraft oder des Fortschritts insbesondere des Ruhrgebietes und der kohleverarbeitenden Industrie ansehen, dann wird klar: Rauchende Schlote gehörten zu einer an Kraft und Stärke gewinnenden Energieerzeugung einfach dazu. In einem einzigen Kohlekraftwerk, dem Kraftwerk Neurath werden jährlich 30,7 Millionen Tonnen Kohle verheizt (http://www.rwe.com/web/cms/de/60110/rwe-power-ag/energietraeger/braunkohle/standorte/kw-neurath/).

So verwundert es auch nicht, dass Deutschland dem erklärten Ziel der CO2-Reduzierung nicht näherkommt, sondern der CO2-Ausstoß in manchen Jahren sogar ansteigt. Die Welt (https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article153406226/Klima-Streber-Deutschland-stoesst-mehr-CO2-aus.html) und weitere Qualitätsmedien berichteten, dass der CO2 Ausstoß insbesondere bei der Energieerzeugung (aber auch in der Landwirtschaft) steigen würde. Damit werden zusätzlich auch die Umweltanstrengungen bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden zumindest teilweise in Frage gestellt.

Die CO2-Bilanz der Kohleverstromung wird zusätzlich dadurch verschlechtert, da die Kraftwerks-Brennstoffe oftmals ziemlich weit transportiert werden müssen. Dies gilt in einem ersten Schritt für die Kohle im noch nicht verbrannten bzw. zu Strom umgewandelten Zustand, aber auch für


Ab 1990 wird das Bild leicht besser: Wurden nach Angaben des Umweltbundesamtes (http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/dateien/3_datentabelle-zur-abb_bruttostromerzeugung-et_2017-03-23_0.pdf) 1990 noch 312 von insgesamt 550 Terrawattstunden Strom aus Kohle erzeugt (56,7 %), so ist der "Kohleanteil" am Strom inzwischen auf 40,4 % zurückgegangen. Inzwischen werden nur noch 262 von insgesamt 648 Terrawattstunden Strom in Deutschland aus Kohle erzeugt. Zusätzlich konnte der ohnehin schon geringe Mineralöl-anteil halbiert werden und kann inzwischen vernachlässigt werden.

Die Auswirkungen der traditionellen Energieerzeugung auf die Umwelt sind katastrophal: Neben einem erheblichen CO2-Ausstoß sind insbesondere beim Tagebergbau die - dann ehemaligen Anwohnerinnen und Anwohner - die Leidtragenden. Ganze Dörfer verschwinden bzw. werden umgesiedelt, Erinnerungsorte der Kindheit und Jugend sind unwiederbringlich verloren.

Leider gibt es keine Gesamt-Übersicht über die deutschlandweit in den nächsten Jahrzehnten geplanten Vertreibungen bzw. Umsiedlungen. Anhand des Lausitzer Kohlereviers (mit Garzweiler eines der größten Gebiete) lässt sich aber exemplarisch zeigen, wie sich der Kohleabbau in den nächsten Jahren auswirken wird. Es sollen weitere 150 Millionen Tonnen Kohle abgebaut werden, 1.000 Menschen werden von den Umsiedlungen betroffen sein werden.

Auch wenn Sie nicht direkt in der Nähe eines Kohletagebaus oder direkt an einer Bahnstrecke wohnen, dann haben Sie nach den ersten Absätzen schon eine ziemlich gute Vorstellung davon wie groß die Umweltzerstörung durch die Kohleverstromung ist. Allerdings kann der Blick in das "Hier und Jetzt" und auch die Vergangenheit trösten: Die grüne und umweltfreundliche Energieerzeugung nimmt stetig zu, beginnend bei der bewährten Technik der Wasserkraft (manches Wasserkraftwerk konnte schon mehr als das 100-jährige Bestehen feiern) bis hin zu neuen Anwendungen wie Offshore-Windkraftwerken, die mehr und mehr die fossilen Energieträger ersetzen werden.