Was ist eigentlich der ökologische Fußabdruck?

Häufig liest man in den Medien den Begriff "ökologischer Fußabdruck". Dieser bezeichnet die umgerechnete Fläche, die ein Mensch für sein Leben und seinen individuellen Lebensstil benötigt. Dabei werden verschiedene Faktoren auf den theoretischen Wert eines "globalen Hektars" umgerechnet und somit gemeinsam erfassbar gemacht. Demgegenüber stehen die ebenfalls als globale Hektar ausgedrückten planetaren Kapazitäten derselben Werte. Der globale Hektar wird anhand der jeweiligen Biokapazität errechnet. Hier werden beispielsweise Kohlendioxid (in Form der zur Speicherung notwendigen Waldfläche), Frischwasserverbrauch, Flächen, die für Abfälle notwendig sind sowie solche, die für Nahrung, Verbrauchsgüter beziehungsweise deren Produktion und Rohstoffabbau und Energieproduktion benötigt werden. Daraus ergibt sich für jeden Menschen, aber auch durchschnittlich für jedes Land etc. ein bestimmter Flächenverbrauch.

Demgegenüber stehen die vorhandenen Flächen der Welt, ausgenommen Hochgebirge, Ozeane und andere Flächen die als nicht nutzbar gelten. Die Veranschaulichung in Form des ökologischen Fußabdruckes ist deshalb so erfolgreich, weil sie ein einfaches "Soll und Haben"-Modell der Erde entwirft, das für jeden Menschen verständlich aufbereitet werden kann.

Die Bundesrepublik Deutschland gehört zu den fortschrittlichen Industrieländern mit hohem Lebensstandard. Dies geht jedoch auch mit einem sehr großen ökologischen Fußabdruck einher, der zur Wahrung dieses Lebensstandards in Anspruch genommen wird. Dieser ist mit zurzeit etwa 4,6 Hektar pro Person mehr als zweimal so groß wie die Fläche, die Deutschland an Biokapazität zur Verfügung stellen kann. Insgesamt ist er mit 4,7 Hektar in den Staaten der gesamten Europäischen Union ähnlich hoch. Statistisch gesehen stehen den Menschen weltweit jedoch nur 1,8 Hektar pro Person zur Verfügung. Damit bewegen sich die meisten Staaten der Europäischen Union in einem Defizit ihrer Biokapazität. Lediglich einige sehr dünn besiedelte Staaten wie Finnland weisen - trotz des großen ökologischen Fußabdrucks - noch Reserven auf.

Insgesamt steht Deutschland in puncto Biokapazitätsverbrauch an 22. Stelle weltweit. Neben den meisten europäischen Staaten liegen nur noch Kanada, Australien, Neuseeland, Kuwait, Saudi-Arabien, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate darüber, wobei die letzteren beiden die Spitzenreiter darstellen. In Deutschland stellt "Ernährung" (das schließt Produktion, Verarbeitung, Transport, Aufbewahrung und Entsorgung ein) den wichtigsten Verbrauchspunkt dar - hierauf entfallen etwa 35%. Gefolgt wird dies von Wohnen und Energieerzeugung, Verkehr und Konsumgütern. Funktionieren kann das zurzeit jedoch nur, da Deutschland größere Teile seiner Produktion, sowohl von Konsumgütern als auch von Nahrungsmitteln, in andere Länder ausgelagert hat.

Mögliche Lösungen liegen zum einen in der Energiewende und einem Ausbau nachhaltiger Landwirtschaft, zum anderen im verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen. Dieser betrifft sowohl deutsche Unternehmen als auch jeden Einzelnen in seinen privaten Gewohnheiten. Der persönliche ökologische Fußabdruck kann anhand verschiedener im Internet verfügbarer Rechner ermittelt werden.